SBF See und Binnen gleichzeitig machen: Vorteile des Kombikurses für Anfänger

2026.08.05
SBF See und Binnen gleichzeitig machen: Vorteile des Kombikurses für Anfänger

Es war ein später Abend im März 2026, als ich mit glasigen Augen vor meinem Monitor in Köln-Ehrenfeld saß. Auf meinem linken Tab starrte mich die Anmeldung für den SBF See an, rechts flimmerte der SBF Binnen. In meinem Kopf hallte noch das Lachen meines Schwagers vom Ostsee-Törn Anfang 2026 nach, als ich das erste Mal eine Pinne in der Hand hielt und mich fühlte wie Captain Cook, obwohl ich wahrscheinlich nur im Kreis fuhr. Jetzt, nach Feierabend als Softwareentwickler, stand ich vor der ersten großen Architekturentscheidung meiner nautischen Karriere: Soll ich erst den 'einfachen' Binnenschein machen oder direkt das volle Programm?

Die DRY-Methode für den Bootsführerschein

Als Entwickler hasse ich Redundanz. Wir nennen das 'DRY' – Don't Repeat Yourself. Warum sollte ich zweimal zur Prüfung rennen, zweimal Formulare ausfüllen und zweimal die gleichen Grundlagen lernen? Wenn man ein Boot führen will, das mehr als 11,03 kW (also die magischen 15 PS) Leistung hat, braucht man ohnehin einen Schein. Die Entscheidung für den Kombikurs fiel letztlich aus reiner Effizienz-Gier. Warum zwei getrennte Projekte aufsetzen, wenn man ein Monorepo daraus machen kann?

Ich merkte schnell, dass das System hinter dem Sportbootführerschein eigentlich ziemlich clever aufgebaut ist – wenn man den Kombi-Weg wählt. Es gibt insgesamt 72 Basisfragen, die in beiden Prüfungsbögen absolut identisch sind. Es geht um Umweltschutz, allgemeine Sicherheit und grundlegende Regeln. Wer See und Binnen gleichzeitig macht, lernt diese 72 Fragen genau einmal. Würde ich sie nacheinander machen, müsste ich sie theoretisch zweimal nachweisen, was sich für mich nach purem 'Legacy Code' anfühlt.

Nahaufnahme eines Laptops mit Online-Kursfragen für den SBF See und Binnen.

KW 10: Die Entdeckung der Abkürzung

Anfang März 2026 meldete ich mich also für den Online-Kurs an. Der größte 'Aha-Moment' kam, als ich die Struktur der Fragen verstand. Neben den 72 Basisfragen gibt es 213 spezifische Fragen für den SBF See und 181 für den SBF Binnen (Antriebsmaschine). Wenn man beides kombiniert, spart man sich nicht nur Zeit bei der Theorie, sondern – und das ist der eigentliche Cheat-Code – man muss nur eine einzige praktische Prüfung ablegen.

Die Regel lautet: Wer die praktische Prüfung für den SBF See besteht, bekommt den praktischen Teil für den SBF Binnen (Motor) anerkannt. Umgekehrt funktioniert das allerdings nicht. Das ist so, als würde man ein Framework lernen, das automatisch die Mobile-App mitgeneriert. Man macht einmal das Anlegemanöver, einmal 'Mensch-über-Bord' und einmal die Knoten, und zack – beide Scheine sind in der Tasche. Das spart nicht nur Prüfungsgebühren, sondern auch die Nerven, die man als Anfänger mit zwei linken Händen ohnehin schon strapaziert.

Was diese Woche tatsächlich gelernt wurde:

Was ich nochmal anschauen muss: Die genauen Zuständigkeiten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung. Das ist trockener als der Keks, den ich gerade am Schreibtisch esse.

Tag 30: Knoten am Küchentisch und die erste Blase

Während ich tagsüber Code-Reviews mache, liegen abends bunte Leinen neben meiner Tastatur. Man unterschätzt das völlig. Ich dachte, Knoten seien wie Logikrätsel, aber meine Finger sind eher auf 'Command-C' und 'Command-V' programmiert als auf maritime Präzision. Die raue Textur einer Übungsleine brannte leicht in meinen Handflächen, während ich versuchte, den Palstek während einer kurzen Coding-Pause zu meistern. Mein Schreibtischjob hat mich nicht gerade auf die Reibung von Tauwerk vorbereitet, und Knoten Nummer drei sieht aktuell eher aus wie ein verfilztes Kopfhörerkabel in einer Schublade.

Aber auch hier hilft der Kombikurs: Die Knoten sind für beide Scheine identisch. Ein Webeleinstich bleibt ein Webeleinstich, egal ob man ihn an einem Dalben in der Ostsee oder an einem Steg am Bodensee macht. Wer sich für das Lernen der Theorie interessiert, sollte sich unbedingt vorab informieren, welche App zum Lernen am besten geeignet ist, um diese Fragen auch unterwegs in der Bahn zu knacken.

Nahaufnahme von Händen, die einen Palstek-Knoten an einem Schreibtisch üben.

KW 12: Theorie-Lektion 4 – Wenn das Hirn kompiliert

Mitte März kam dann der Moment, vor dem mich niemand gewarnt hatte: Die Regelverwirrung. Hier ist meine ganz persönliche Warnung für alle, die das 'Alles-auf-einmal'-Paket buchen. Während es administrativ total Sinn ergibt, See und Binnen zu mischen, ist es für das Gehirn eines Anfängers eine echte Herausforderung. In der einen Sekunde lerne ich das Betonnungssystem der Seeschifffahrtsstraßen (Lateralzeichen, Kardinalzeichen – alles schön logisch), und in der nächsten Sekunde wirft mir der Binnen-Teil völlig andere Vorfahrtsregeln entgegen.

In der KW 15 passierte es dann: Während einer nächtlichen Testprüfung verwechselte ich die Vorrangregeln eines Segelschiffs mit denen eines riesigen Tankers. Es fühlte sich an wie ein Syntax-Error in meiner Logik – mein Hirn wollte die Kollisionsverhütungsregeln (KVR) der hohen See auf ein enges Binnengewässer anwenden, und plötzlich krachte es in meiner Simulation gewaltig. Auf See weicht der Manövrierfähigere dem weniger Manövrierfähigen aus. Im Binnenbereich gibt es aber die Unterscheidung zwischen Kleinfahrzeugen und der Berufsschifffahrt, die fast immer Vorrang hat. Wenn man beides gleichzeitig lernt, fängt man an zu zweifeln, wer jetzt wem ausweichen muss, wenn ein Ruderboot auf einen Öltanker trifft (Spoiler: Das Ruderboot verliert immer, egal welche Regel man im Kopf hat).

Mein Tipp aus der Praxis: Lernt die Theorieblöcke zeitlich getrennt. Erst eine Woche nur See, dann eine Woche nur Binnen. Wer versucht, das Wissen wie in einer SQL-Join-Abfrage zu vermischen, wird bei der Prüfung wahnsinnig. Ich bin zwar kein Profi, aber ich merke, wie mein Gehirn versucht, zwei verschiedene Betriebssysteme gleichzeitig zu booten.

Bürokratie und Kosten: Ein kleiner Lichtblick

Wenn man sich durch die ELWIS-Seiten und die Anmeldeformulare kämpft, merkt man schnell, dass der Kombikurs auch den Geldbeutel schont. Man zahlt die Reisekosten für den Prüfer nur einmal, man zahlt die Bereitstellung des Prüfungsbootes nur einmal. Da ich als Entwickler gerne Budgets optimiere (oder zumindest versuche, meine Frau davon zu überzeugen, dass dieses neue Hobby nicht unser gesamtes Erspartes auffrisst), war das ein starkes Argument.

Man sollte allerdings nicht vergessen, dass nach der Prüfung weitere Kosten lauern. Ich habe mich neulich erst gefragt, ob man direkt eine Skipper Haftpflichtversicherung braucht, sobald man den Lappen in der Hand hält. Das sind so Dinge, über die man beim ersten Mal am Steuer gar nicht nachdenkt, wenn man nur froh ist, die Boje nicht gerammt zu haben.

Was ich diese Woche nochmal anschauen muss: Die Lichterführung bei Nacht. Warum müssen Fischerboote eigentlich so viele verschiedene Lampen haben? Es sieht aus wie eine Weihnachtsbeleuchtung, die völlig außer Kontrolle geraten ist.

Fazit nach den ersten Monaten: Lohnt sich der Kombi-Stress?

Jetzt, wo der Sommer 2026 vor der Tür steht und ich auf meine Notizen zurückblicke, kann ich sagen: Ja, macht beides gleichzeitig. Aber seid ehrlich zu euch selbst, was die Lernzeit angeht. Es ist kein Sprint, es ist eher ein gemütliches Tuckern mit 5 Knoten gegen den Strom. Wer den SBF See und Binnen gleichzeitig macht, bekommt das volle Rüstzeug, um später nicht nur auf dem Rhein vor der Haustür, sondern auch im nächsten Urlaub an der Küste legal unterwegs zu sein.

Ich bin kein Segellehrer und habe null medizinische Ausbildung – also fragt im Zweifel einen Profi, besonders wenn es um das ärztliche Zeugnis geht (geht rechtzeitig zum Augenarzt, Leute!). Aber als jemand, der normalerweise nur Tasten drückt und jetzt versucht, die Logik des Wassers zu verstehen, kann ich sagen: Die Effizienz des Kombikurses ist unschlagbar, solange man die Theorie im Kopf sauber trennt. Es ist wie beim Programmieren – man muss die Namespaces sauber halten.

Wenn ich demnächst hoffentlich meinen ersten eigenen Ankerplatz finden kann, ohne den Schwager um Hilfe zu rufen, hat sich jede Stunde vor den Lernkarten gelohnt. Bis dahin übe ich weiter den Palstek, bis meine Hände nicht mehr brennen und der Knoten nicht mehr aussieht wie ein Unfall in der Kabeltrommel.

Mal kurz: Kurz: Was du hier liest, ist meine eigene Sicht -- keine Beratung. Hol dir bei Fragen zu deiner Gesundheit oder deinem Geld immer den Rat einer Fachperson, die deinen Fall wirklich kennt.