Wie ich die SBF See Ausweichregeln lerne ohne auf dem Wasser zu verzweifeln

2026.08.17
Wie ich die SBF See Ausweichregeln lerne ohne auf dem Wasser zu verzweifeln

Es ist weit nach Feierabend in meiner Kölner Wohnung. Das leise Summen meines Laptop-Lüfters ist das einzige Geräusch, während ich auf ein digitales Diagramm eines 'tiefgangbehinderten Fahrzeugs' starre. Meine Kaffeetasse fühlt sich mittlerweile klebrig an und der Inhalt ist so kalt wie die Ostsee im März. Ich merke schnell: Meine gewohnte Software-Logik hilft mir hier nur bedingt weiter.

Kurzer Hinweis vorab: Auf diesem Blog findest du ab und zu Affiliate-Links zu Kursen, die ich gerade selbst für meinen Schein durcharbeite. Wenn du darüber buchst, bekomme ich eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich empfehle hier nur das, was ich nach der Arbeit tatsächlich selbst auf dem Monitor habe.

Der Auslöser: Von der Passiv-Rolle zum Steuerwunsch

Alles begann Anfang 2026, als mich mein Schwager auf einen Wochenendtörn an die Ostsee mitnahm. Ich saß da wie ein bestellter und nicht abgeholter Passagier. Während er souverän Kurse berechnete und Fender ausbrachte, wusste ich nicht mal, wo vorne und hinten ist. Seit diesem Trip lässt mich der Gedanke nicht los, irgendwann selbst am Steuer zu stehen. Mitte März 2026 habe ich dann Ernst gemacht und mich für einen Online-Kurs angemeldet.

Ich bin absolut kein geborener Seemann. Ich habe zwei linke Hände und verbringe meine Tage damit, Java-Code zu refactoren. Aber genau das ist der Punkt dieses Tagebuchs: Wie kriegt ein blutiger Anfänger das hin, wenn man abends eigentlich nur noch die Füße hochlegen will? Besonders die Kollisionsverhütungsregeln (KVR) haben es in sich. Wer weicht wem aus? Und warum hat das Schiff da vorne drei rote Lichter übereinander?

Nahaufnahme eines Laptop-Bildschirms mit nautischen Ausweichregeln und Lernnotizen.

KW 12: Die Erkenntnis – Logik schlägt Auswendiglernen

In der zwölften Kalenderwoche wurde es ernst. Ich habe mich durch die ersten Lektionen zum Thema Ausweichregeln gekämpft. In Deutschland braucht man den SBF See bekanntlich erst ab einer Motorleistung von 11,03 kW (das sind etwa 15 PS). Da ich aber nicht vorhabe, ewig mit einer Nussschale herumzugurken, muss das Wissen jetzt rein.

Als jemand, der mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) kämpft, sind die klassischen Textwüsten in vielen Lehrbüchern der pure Horror. Diese endlosen Paragrafen zur Kurshalter-Pflicht blockieren meinen Kopf komplett. Mein Gehirn schaltet bei 'Das ausweichpflichtige Fahrzeug muss frühzeitig und durchgreifend handeln' einfach auf Standby. Zum Glück bietet der Sportbootführerschein SBF See-Binnen [Aktuell im Test] einen Quiz-Modus, der eher wie ein Pattern-Recognition-Game funktioniert. Das ist für mich der Rettungsanker.

Ich habe gelernt: Wenn ich tausend Zeilen Code aufräumen kann, kann ich mir auch merken, dass Maschine dem Segel weicht – es sei denn, der Segler überholt mich. 'If (overtaking) { you_stay_clear(); }' – so langsam ergibt das Sinn in meinem Kopf. Wenn du selbst gerade planst, schau dir mal den SBF See und Binnen Lernplan an, der hilft beim Strukturieren ungemein.

Ende Mai: Wenn die Lichter tanzen

Gegen Ende Mai kam der nächste Brocken: Die Lichterführung. Nachts sieht man keine Schiffsrümpfe, sondern nur bunte Punkte. Ein zentraler Wert, den ich mir mühsam eingeprägt habe, ist der Winkel der Seitenlichter: 112,5 Grad. Warum nicht einfach 110? Keine Ahnung, aber die Zahl verfolgt mich jetzt in meinen Träumen.

Die Schwierigkeit ist, diese abstrakten Winkel auf die Realität zu übertragen. Wenn ich ein rotes Licht sehe, schaue ich auf die Backbordseite des anderen. Aber Moment mal, sehe ich nur Rot oder auch Weiß? Ich bin kein Lehrer und habe null nautischen Anspruch, aber mein Tipp für Leidensgenossen: Zeichnet es euch auf. Ich habe meinen Küchentisch mit Post-its beklebt, um die Sektoren zu verstehen. Wer es ganz genau wissen will, sollte den Ablauf der SBF See Prüfung im Hinterkopf behalten, da wird genau dieses Wissen abgefragt.

Post-it Notizen auf einem Tisch, die die Sektoren der Navigationslichter darstellen.

Ein schwüler Dienstagabend im Juli: Der schwarze Zylinder

Es war einer dieser drückenden Abende im Juli. Ich klickte mich durch die Übungsfragen und war eigentlich recht sicher. 'Kurshalter!' schrie ich innerlich bei einer Frage und klickte selbstbewusst auf die Antwort. Falsch. Warum? Ich hatte den winzigen schwarzen Zylinder im Bild übersehen – das Tagzeichen für ein manövrierbehindertes Fahrzeug.

In diesem Moment spürte ich ein echtes Engegefühl in der Brust. Die Prüfung rückt näher und ich verwechsle in stressigen Quiz-Runden immer noch Backbord und Steuerbord, wenn das Schiff mir entgegenkommt. Es ist frustrierend. Aber genau das ist die Realität als Anfänger: Man fühlt sich einen Tag wie der König der Meere und am nächsten wie ein kompletter Landlubber, der nicht mal einen Eimer Wasser halten kann.

Mein kleiner 'Aha-Moment' kam, als ich aufhörte, die Regeln zu lesen und anfing, sie zu sehen. Für jemanden mit LRS ist Visualisierung alles. Die App des Online-Kurses zwingt mich, die Bilder wirklich zu scannen, statt nur Texte zu überfliegen. Das ist anstrengend, aber es wirkt.

Die letzten drei Wochen: Endspurt und 30 Fragebögen

In den vergangenen drei Wochen habe ich mich durch die offiziellen 30 Fragebögen gearbeitet. Es ist eine reine Fleißarbeit. Manchmal fühlt es sich an, als würde ich für eine Zertifizierung in einer neuen Programmiersprache lernen. Nur dass bei einem Fehler in der Software meistens nur ein Server abstürzt, während auf dem Wasser echte Materie aufeinanderprallt.

Was mir geholfen hat, die Panik zu reduzieren:

Ich bin immer noch weit davon entfernt, ein Skipper zu sein. Mein Knoten Nummer drei sieht heute noch aus wie ein verfilztes Kopfhörerkabel aus der Hosentasche. Aber die Angst vor den Ausweichregeln ist weg. Sie sind keine Schikane, sondern das Betriebssystem des Wassers.

Falls du auch gerade am Anfang stehst und dich fragst, ob du das neben dem Job schaffst: Ja, es geht. Es braucht keinen nautischen Stammbaum, nur ein bisschen Sitzfleisch und den richtigen Kurs. Ich nutze aktuell den Sportbootführerschein SBF See-Binnen Online-Kurs und bin froh über die Flexibilität. Man muss kein Profi sein, um anzufangen – man muss nur anfangen, um irgendwann kein Anfänger mehr zu sein. Und denk dran: Im Zweifel lieber einmal zu viel nachfragen oder einen Profi konsultieren, bevor man sich auf die offene See wagt. Ich bin schließlich auch nur ein Softwareentwickler mit einem Traum.

Mal kurz: Kurz: Was du hier liest, ist meine eigene Sicht -- keine Beratung. Hol dir bei Fragen zu deiner Gesundheit oder deinem Geld immer den Rat einer Fachperson, die deinen Fall wirklich kennt.