
Es ist weit nach Feierabend in meiner Wohnung in Köln. Das blaue Flimmern des Bildschirms auf meiner Kaffeetasse ist die einzige Lichtquelle, während ich versuche, den Unterschied zwischen einer Stumpf- und einer Spitztonne zu ertasten — metaphorisch natürlich. Auf meinem Monitor leuchten rote und grüne Kegel, die für mich gerade so viel Sinn ergeben wie eine unkommentierte Code-Basis an einem Montagmorgen.
Kurzer Hinweis vorab: In diesem Tagebuch verlinke ich ab und zu auf den Kurs, den ich gerade selbst durcharbeite. Wenn du über diese Affiliate-Links etwas buchst, bekomme ich eine Provision — für dich ändert sich am Preis nichts. Ich empfehle hier nur, was ich abends nach dem Job tatsächlich selbst auf dem Schirm habe. Da ich kein Segellehrer bin, sondern nur ein Anfänger mit einem Schreibtischjob, solltest du bei fachlichen Zweifeln immer einen Profi oder deine Bootsschule konsultieren.
KW 12: Theorie-Lektion 4 – Das Alphabet der Meere
Eigentlich fing alles Anfang 2026 an, als mein Schwager mich auf einen Ostsee-Wochenendtörn mitnahm. Seitdem lässt mich der Gedanke nicht los, irgendwann selbst am Steuer zu stehen. Aber zwischen dem Wunsch und der Wirklichkeit liegen 285 Fragen im SBF-See Fragenkatalog. Und ein beträchtlicher Teil davon beschäftigt sich mit bunten Plastikzylindern, die im Wasser treiben.
Ich lerne gerade das IALA-Betonnungssystem. Wir befinden uns hier in der IALA-Region A (Europa, Australien, Afrika). Das ist wichtig, weil die Amis das Ganze natürlich wieder andersherum machen. In der Region A gilt: Wenn man von See her in ein Fahrwasser einläuft, sind die roten Tonnen an der Backbordseite (links) und die grünen an Steuerbord (rechts). Mein Gehirn, das auf logische Wenn-Dann-Abfragen trainiert ist, versucht das sofort abzuspeichern. Aber dann kommt der Switch zu 'Binnen'.
Tag 30: Knoten am Küchentisch und die Verwirrung der Richtungen
Ein verregneter Dienstagabend im Mai war der Tiefpunkt meiner bisherigen Lernkurve. Ich saß vor meinem Sportbootführerschein SBF See-Binnen [Aktuell im Test] und realisierte, dass Binnen alles anders ist. Während auf See 'einwärts' die Richtung bestimmt, zählt auf dem Fluss die Fließrichtung — von der Quelle zur Mündung. Rechts ist also dort, wo das Wasser hinfließt.
'Wenn ich komplexe Datenbankstrukturen verstehe, werde ich ja wohl noch begreifen, dass zwei schwarze Kegel mit Spitzen nach außen für 'Ost' stehen', dachte ich mir trotzig. Aber die Realität in der App sah anders aus. Ich habe in einer Testprüfung das Einzelgefahrzeichen mit dem Mitte-Fahrwasser-Zeichen verwechselt und wäre laut App theoretisch direkt auf ein Wrack gefahren. Ein digitaler Totalschaden, nur weil ich die Streifen auf der Tonne falsch interpretiert habe.
Besonders die Kardinalzeichen haben es in sich. Es gibt 4 Quadranten (Nord, Ost, Süd, West), die Gefahrenstellen kennzeichnen. Die Toppzeichen — kleine schwarze Dreiecke — sind der Schlüssel. Zeigen beide Spitzen nach oben? Nord. Zeigen sie beide nach unten? Süd. Zeigen sie voneinander weg? Ost. Zeigen sie zueinander? West. Es ist wie ein binärer Code, nur mit Dreiecken statt Nullen und Einsen.
Der Klick-Moment auf der Couch
Letztes Wochenende beim Wiederholen passierte es dann endlich: Der Klick-Moment. Die Quiz-Funktion des Online-Kurses hat die trockene Theorie in ein logisches System verwandelt. Ich habe gemerkt, dass ich die Seezeichen nicht mehr auswendig lerne, sondern sie 'lese'. Wenn man versteht, dass die Toppzeichen bei Kardinaltonnen immer dorthin zeigen, wo der schwarze Teil der Tonne ist, muss man sich weniger merken. Das ist effizientes Caching für das Gehirn.
Trotzdem bleibt ein Restzweifel. Ich stelle mir vor, wie das erst draußen ist, wenn der Magen rebelliert. Wenn man echte Seekrankheit hat und bei Wellengang diese komplexe Symbolik entziffern soll. Standard-Lernmethoden gehen oft von absoluter Ruhe aus, aber was, wenn die kognitive Überlastung zuschlägt? Deshalb versuche ich, die Zeichen so tief zu verankern, dass sie auch bei 'Systemabsturz' noch abrufbar sind. Wer sich ähnlich intensiv vorbereiten will, sollte sich auch mit der Lichterführung SBF See lernen: Einfache Eselsbrücken für die Theorieprüfung beschäftigen, denn nachts werden aus den bunten Tonnen blinkende Lichter.
Fazit eines Schreibtischtäters
Ich bin noch weit davon entfernt, ein Skipper zu sein. Mein Wissen über Seezeichen ist momentan noch rein synthetisch. Aber der Online-Kurs hilft mir enorm dabei, das Material nach Feierabend in kleinen Häppchen zu verarbeiten. Es ist wie beim Programmieren: Man fängt mit 'Hello World' an (das ist in diesem Fall die rote Tonne an Backbord) und arbeitet sich langsam zu den komplexeren Funktionen vor.
Falls du auch gerade am Anfang stehst und dich fragst, ob du erst See oder Binnen machen sollst, schau dir meinen Beitrag SBF See oder Binnen zuerst machen als Einsteiger ohne eigenes Boot an. Es hilft, eine Strategie zu haben, bevor man sich im Tonnen-Wald verliert.
Ich fühle mich jetzt zumindest sicher genug, die Zeichen in der App nicht mehr zu verwechseln. Ob ich im echten Leben auch so souverän um das Wrack herumkurve, wird sich zeigen. Wenn du auch Lust hast, dich durch die 285 Fragen zu beißen, kann ich den Sportbootführerschein SBF See-Binnen Kurs nur empfehlen — er macht die Theorie zumindest auf der Couch verdaubar. Wir sehen uns auf dem Wasser (oder in der nächsten Theorie-Lektion)!